Wir schreiten voran im Change Prozess bzw. in dessen Vorbereitung: Die Wahl zum internen Change Agent ist gefallen, die Anforderungen sind abgesteckt, potenzielle Change Agents sind sogar bereits ausgewählt, und endlich kann es mit der Ausbildung der Change Agents losgehen. Heute geht es also um die Vorbereitung der Change Agents auf ihre Position und ihre Aufgaben im Change Prozess. An erster Stelle steht dabei eine Schulung zum Change Agent, die in der Regel zwei unterschiedliche Bereiche umfasst: Zum einen müssen angehende Change Agents die typischen Muster, Prozesse, Instrumente und Strategien im Rahmen eines Wandels erlernen. Zum anderen müssen sie mit den Emotionen der Mitarbeiter im Change Prozess umgehen können. Das beinhaltet zum Beispiel die Aspekte Konfliktmanagement und Kommunikationstraining.

Die Schulung zum Change Agent

Eine Schulung zum Change Agent hat in der Regel einen Umfang von 8-14 Seminartagen, je nach Ausrichtung und Inhalten. In einer solchen Schulung lernen angehende Change Agents zunächst einmal die grundsätzlichen Abläufe, Methoden und Instrumente des Change Managements. Hierbei geht es vor allem um das Kennenlernen des typischen Ablaufs von Veränderungsprozessen und der zugehörigen Akteure (Stakeholder-Mangement), die Entwicklung strategischer Change Konzepte. Auch muss sich der angehende Change Agent seiner Rolle im Veränderungsprozess bewusst werden und wirksame Change Kommunikation erlernen. Dazu gehört z.B. der Aufbau von entsprechenden Veranstaltungen, die der effektiven Change Kommunikation dienen. Nach der Schulung muss er außerdem mit Risiken und Nebenwirkungen von Change-Prozessen vertraut sein und Veränderungsvorhaben grundsätzlich selbständig steuern, durchführen und kontrollieren können.

Die menschliche Ebene

Einen besonderen Stellenwert nimmt bei der Vorbereitung von Change Agents die Entwicklung der eigenen Haltung zum Change-Prozess ein. Zu den zentralen Aufgaben des Change Agents gehört schließlich die Überwindung von Widerständen und der Umgang mit den Bedenken anderer Mitarbeiter. Diese Widerstände können nur dann überwunden und Bedenken nur dann ausgeräumt werden, wenn der Change Agents selbst über eine klare Haltung verfügt bzw. eine eigene, fundierte Position zum Wandel verfügbar hat. Um diese Haltung nicht nur inne zu haben, sondern auch weitergeben zu können, braucht es bestimmte kommunikative Strategien. So erlernen Change Agents Dialog-Methoden in Verbindung mit Kommunikationstheorie und Konfliktmanagement.

Die Rolle der Unternehmenskultur

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Für den Erfolg des Change Agents reicht es nicht aus, das gelernte Wissen einfach nur anzuwenden. Das vermittelte Wissen hat tendenziell allgemeine Gültigkeit, berücksichtigt aber zu wenig die Spezifika der jeweiligen Unternehmenskultur bzw. -lebenswirklichkeit. Daher ist es unabdinglich, dass sich der Change Agent auch mit der Unternehmenskultur der (eigenen) Firma auseinandersetzt. Insbesondere wenn es um die Kommunikation des Wandels geht, ist es entscheidend, wie die bisherige Kommunikation zwischen Management und Belegschaft erfolgt ist. Hier ist vor allem Ehrlichkeit gefragt: Es bringt nichts von himmelhochjauzender Stimmung zu sprechen, wenn dem nicht so ist.

Abschließende Tipps

In der Regel bildet ein Unternehmen nicht einen Change Agent, sondern mehrere aus. Das Management sollte den Austausch zwischen den Change Agents fördern und auch Freiräume für diesen Austausch schaffen. So könnten z.B. sog. „Multiplikatoren-Treffen“ veranstaltet werden. Um an dieser Stelle die Motivation zu stärken, und der Aufgaben der Multiplikatoren angemessene Bedeutung beizumessen, sollte auch die Geschäftsleitung und/oder das Management regelmäßig daran teilnehmen. Gleichzeitig sollte den Change Agents auch die Möglichkeit gegeben werden, unter sich zu bleiben, um ihnen nicht das Gefühl der ständigen Kontrolle zu vermitteln.

Zum Abschluss noch ein kleines Quiz: Die Gantenbein Consulting hat auf der eigenen Homepage ein kleines Quiz eingerichtet, mit dem sich das Know-How von Change Agents überprüfen lässt. Natürlich ist das Quiz nur oberflächlich, aber es es macht auch mal Spaß, sein Wissen auf die Probe zu stellen: Zum Quiz.