Die optimale Künstliche Intelligenz – ein Vorstellung, die schon seit Tausenden von Jahren in den Köpfen der Menschen ruht und von bekannten Philosophen, Wissenschaftlern, Dichtern und Denkern wie Leonardo da Vinci und Johann Wolfang von Goethe beschrieben wurde. Schon in der griechischen Mythologie taucht die Gestalt Daidalos (Vater des Ikarus) auf, welcher lebende Skulpturen gestalten und fertigen können sollte.  Und was benötigen wir heute für so eine optimale Künstliche Intelligenz? Eine Frage die weit über die Wissenschaft der Informatik hinausgeht, obwohl Künstliche Intelligenz ja eigentlich ein Teilgebiet der Informatik darstellt. Welche angrenzenden Wissenschaften gewinnen hier also außerdem an Bedeutung?

 Künstliche Intelligenz – mehr als nur Informatik

Psychologie – die Lehre des menschlichen Erlebens und Verhaltens

Die Psychologie analysiert das menschliche Erleben und Verhalten (Analyse), während Künstliche Intelligenz bedeutet, Intelligenz in Form eines technischen Systems zu erzeugen (Synthese). Die Gemeinsamkeit liegt also in der Frage: Was ist Intelligenz überhaupt? Diese Frage, welche ich bereits in einem vorherigen Artikel erläutert habe, spielt eine wesentliche Rolle in der Entwicklung einer optimalen Künstlichen Intelligenz. Wir können eben Nichts nachahmen oder übertreffen, von dem wir keine Ahnung haben.

Sprachwissenschaft – die Lehre der menschlichen Sprache

Maschinen, Computer und Roboter, die mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet sind, ist es möglich Sprache zu erkennen und zu analysieren. So können wir beispielsweise unser Smartphone oder unser Navigationssystem per Spracherkennung steuern. Es ist auch möglich eine Künstliche Intelligenz so zu programmieren, dass Sie den Wortschatz und die Grammatik einer Sprache beherrscht und einfache Antworten geben kann. Sie kann allerdings keine eigenständigen Sätze in Form einer ,,echten“ Unterhaltung bilden, da Sprachzeichen für Sie bis heute an keiner tatsächliche Bedeutung gewinnen konnten.

Hier ein Beitrag, der dieses Phänomen mithilfe des sogenannten Turing-Tests sehr gut darstellt:

Philosophie – die Lehre der Weltanschauung

Die Forscher und Anwendungstechniker, die sich intensiv mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen, erreichen wohl alle irgendwann zwingend einen Zeitpunkt, an dem sie beginnen, Fragen zu stellen. Fragen nach dem Verhältnis von Geist und Materie, Fragen nach dem Ursprung des Bewusstseins und auch Fragen nach den Grenzen der menschlichen Existenz. Aber nicht nur diese Themen bilden die Schnittstelle zwischen der Künstlichen Intelligenz und der Philosophie. Wenn sich die Menschen schon so lange nach der optimalen Künstlichen Intelligenz – dem künstlichen Leben sehnen, dann stellt sich auch die Frage: woher kommt eigentlich dieser Wunsch? 

Vermutlich beruht er auf dem subjektiven Dasein des Menschen und seiner Eingeschränktheit. Viele bekommen im Laufe ihres Lebens das Gefühl etwas Bedeutendes schaffen zu müssen oder auch etwas Vollkommenes schaffen zu wollen. Aber wenn das Ziel einer perfekten Künstlichen Intelligenz eines Tages realisiert wird, würde es dann nicht auch Menschen geben, die diese Macht missbrauchen würden? Ist es dann überhaupt legitim die Vorstellung in die Tat umsetzen?

Wir wissen, dass Künstliche Intelligenz den Menschen bereits in Teilbereichen übertreffen kann. Heute sind wir dazu in der Lage, eine Künstliche Intelligenz zu schaffen, die logischen Gesetzen folgen und neue Erkenntnisse daraus schließen kann. Vielleicht werden wir dann auch eines Tages dazu in der Lage zu sein, Künstliche Intelligenz echte Gefühle erleben zu lassen, oder sie kreativ sein zu lassen. Doch wäre solch eine Künstliche Intelligenz für uns Menschen nicht unberechenbar? 

Diese und viele weitere Fragen stellen sich auch Philosophen, die sich mit Künstlicher Intelligenz, ihrer Geschichte und ihrer Entwicklung auseinandersetzen.