OBEYA-Methode

Die OBEYA-Methode: Ein Leitfaden für Führungskräfte

In aller Kürze – Zusammenfassung des Beitrags

  • Die Obeya-Methode als Führungsansatz: Ein innovatives Framework, das auf Visualisierung, partizipative Führung und systemisches Denken setzt, um komplexe Projekte effektiv zu managen. Sie kombiniert Strategieentwicklung, klare Zielsetzung und die Einbindung aller Stakeholder in einem zentralen, visuellen Raum.
  • Methodisches Vorgehen: Umfasst klare Strategien zur Leistungsmessung mittels KPIs und KVIs, effektive Problemlösungsprozesse und eine starke Betonung auf Wertschöpfung durch Projektmanagement-Tools wie Kanban-Boards und Task-Boards. Die Methode fördert Agilität und schnelle Reaktionen auf Veränderungen.
  • Vorteile für Führungskräfte und Teams: Bietet Führungskräften Werkzeuge zur Steigerung der Transparenz und Effizienz in Teams. Unterstützt die Entwicklung von Mitarbeitern und die stetige Verbesserung von Prozessen. Ideal für dynamische Umgebungen, in denen schnelle Entscheidungsfindung und Anpassungsfähigkeit gefordert sind.

In einer Welt, in der Geschwindigkeit und Flexibilität über den Erfolg entscheiden, bringt die Obeya-Methode frischen Wind in die Führung komplexer Projekte. Diese innovative Methode nutzt visuelle Werkzeuge und systemisches Denken, um eine ganzheitliche und partizipative Führungsstrategie zu etablieren. In diesem Leitfaden entdecken Sie, wie der Obeya-Leaderrship-Ansatz traditionelle Ansätze überwindet und eine dynamische Umgebung für effektive Teamarbeit und strategische Entscheidungen schafft. Tauchen Sie hier ein in die OBEYA-Welt, und erfahren Sie, wie Sie Ihr Team zu neuen Höhen führen können!

Das Problem: Grenzen klassischer Change-Ansätze

In der dynamischen Welt des Projektmanagements und der organisatorischen Veränderung zeigen sich immer wieder die Grenzen traditioneller Ansätze. Diese Methoden, einschließlich des Waterfall-Modells und selbst mancher agiler Verfahren, sind häufig nicht geeignet, um den stetig wachsenden Anforderungen moderner Geschäftslandschaften gerecht zu werden. Führungskräfte und Projektmanager stehen vor der Herausforderung, effizient und effektiv auf die steigende Komplexität und die beschleunigte Geschwindigkeit von Veränderungen zu reagieren.

Traditionelle Modelle scheitern oft daran, eine ausreichende Flexibilität zu bieten, um auf unvorhergesehene Änderungen reagieren zu können. Sie fördern Silodenken und isolieren wichtige Informationen, was die Fähigkeit von Teams einschränkt, effektiv zusammenzuarbeiten und Innovationen zu fördern. Dies führt zu verlängerten Projektzeiten, Budgetüberschreitungen und letztendlich zu einem Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit.

Die Herausforderungen in der heutigen Geschäftswelt erfordern oft schnelle und flexible Reaktionen auf sich ändernde Marktbedingungen, was die Grenzen traditioneller Change-Management-Ansätze deutlich macht. Insbesondere die etablierten Modelle nach Kotter, das ADKAR-Modell und das Bridging-Modell stoßen in dynamischen und komplexen Umgebungen häufig an ihre Grenzen.

Kotter’s 8-Schritte-Modell

John Kotters 8-Schritte-Modell zur Veränderung wird oft für seine strukturierte Vorgehensweise geschätzt, die von der Schaffung eines Dringlichkeitsgefühls bis hin zur Verankerung neuer Ansätze in der Kultur reicht. Jedoch kann diese Methode in Umgebungen, die eine schnelle Anpassung verlangen, zu linear und zu träge sein. Die sequentielle Natur des Modells bedeutet, dass Verzögerungen in einem Schritt den gesamten Change-Prozess aufhalten können, was es schwierig macht, zeitnah auf neue Herausforderungen zu reagieren.

ADKAR-Modell

Das ADKAR-Modell von Prosci hingegen fokussiert sich auf die individuellen Veränderungen bei den Mitarbeitern, indem es die Elemente Awareness, Desire, Knowledge, Ability und Reinforcement betont. Während dieses Modell stark in der Unterstützung individueller Veränderungsprozesse ist, kann es bei der Skalierung auf größere Gruppen oder bei der schnellen Umsetzung von organisationalem Wandel an seine Grenzen stoßen. Das Modell erfordert intensive Kommunikation und Überzeugungsarbeit auf individueller Ebene, was in großen oder dringenden Projekten zu Zeitverlust führen kann.

Bridges-Transition-Modell

Das Bridges-Transition-Modell, entwickelt, um die Lücke zwischen individuellen Veränderungsprozessen und organisationalen Anforderungen zu überbrücken, ist effektiv in der Theorie, findet aber in der Praxis oft Herausforderungen in der Implementierung. Es versucht, die Lücke zwischen der persönlichen Bereitschaft zum Wandel und den organisatorischen Zielen zu schließen, kann aber bei der Umsetzung in komplexen oder sich schnell ändernden Organisationen zu kurz kommen, vor allem, wenn es an Flexibilität fehlt, um sich anpassende Strategien und Ziele zu integrieren.

In einem Markt, der Adaptions- und Anpassungsfähigkeit und schnelle Entscheidungsfindung verlangt, sind Führungskräfte auf der Suche nach besseren Lösungen. Sie benötigen Ansätze, die Transparenz und Kollaboration stärken und dabei helfen, Ressourcen effizient zu nutzen und Teams auf gemeinsame Ziele auszurichten. Hier bietet die OBEYA-Methode mit ihrer Betonung auf Visualisierung, offener Kommunikation und agiler Anpassung eine vielversprechende Alternative oder Ergänzung zu den traditionellen Modellen.

OBEYA als mögliche Alternative oder komplementäre Ergänzung

Die OBEYA-Methode bietet eine vielversprechende Alternative oder Ergänzung zu bestehenden Frameworks, die aufgrund ihrer Struktur und ihrer Prinzipien in der Lage ist, einige der oben genannten Probleme effektiv zu adressieren. „Obeya“, japanisch für „großer Raum“, konzentriert sich darauf, alle Projektbeteiligten in einem einzigen, physischen oder virtuellen Raum zusammenzubringen, um Transparenz und direkte Kommunikation zu fördern.

Dieser Ansatz ermöglicht es, Informationen schnell zu teilen und Entscheidungen effizienter zu treffen. Der OBEYA-Raum fungiert als zentrale Plattform, auf der strategische Ziele und taktische Maßnahmen visuell dargestellt und kontinuierlich aktualisiert werden. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Teammitglieder auf dem gleichen Stand sind und Prioritäten klar verstanden werden.

Die Implementierung von OBEYA kann sowohl in rein physischen Settings als auch in hybriden oder vollständig digitalen Umgebungen erfolgen, was besonders in der heutigen zunehmend digitalisierten Arbeitswelt von Bedeutung ist. Es handelt sich um eine skalierbare Lösung, die von kleinen Teams bis hin zu großen Organisationen anwendbar ist und sich nahtlos in vorhandene agile Praktiken integrieren lässt.

Ursprung der OBEYA-Raum-Methode

Die Ursprünge der OBEYA-Methode lassen sich auf die 1990er Jahre zurückführen, als Toyota im Rahmen seines Toyota Production Systems (TPS) nach Wegen suchte, die Effizienz und Qualität in der Produktion zu steigern. Toyota erkannte, dass eine verbesserte Kommunikation und Koordination zwischen den Ingenieuren, den Qualitätskontrolleuren und der Produktionsleitung zu einer erheblichen Steigerung der Produktivität und Qualität führen könnte.

Das Konzept wurde entwickelt, um eine umfassende Übersicht über den Produktionsprozess zu ermöglichen und gleichzeitig einen Raum für kritische Analysen und strategische Diskussionen zu bieten. Es ging darum, eine Umgebung zu schaffen, in der Informationen schnell geteilt, Probleme sofort erkannt und Entscheidungen beschleunigt getroffen werden können.

Diese Philosophie wurde später von anderen Industrien übernommen und angepasst, was zu einer breiten Anwendung der OBEYA-Methode in verschiedenen Bereichen führte, von IT und Softwareentwicklung bis hin zu Forschung und Entwicklung sowie strategischem Management.

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Weitere Informationen

Prinzipien der OBEYA-Raum-Methode

Die Wirksamkeit der OBEYA-Methode basiert auf mehreren Schlüsselprinzipien, die sie zu einem mächtigen Tool im Projektmanagement machen. Diese Prinzipien umfassen:

  • Transparenz: Durch die Visualisierung aller relevanten Informationen in einem zentralen Raum wird eine hohe Transparenz erreicht, die es jedem Teammitglied ermöglicht, den Status des Projekts und die aktuellen Herausforderungen zu verstehen.
  • Kommunikation: Der OBEYA-Raum fördert eine Kultur offener Kommunikation. Die regelmäßigen Meetings und die sichtbare Darstellung von Daten helfen dabei, Missverständnisse zu vermeiden und fördern eine Kultur der Problemlösung.
  • Kollaboration: Indem Menschen aus verschiedenen Disziplinen zusammengebracht werden, fördert die Methode kollaborative Problemlösungsansätze und nutzt das kollektive Wissen und die Fähigkeiten des Teams optimal.
  • Fokus und Priorisierung: Der physische oder virtuelle Raum hilft, den Fokus auf die wichtigsten Aspekte des Projekts zu richten. Prioritäten können klar definiert und visualisiert werden, was eine schnelle Anpassung an veränderte Bedingungen ermöglicht.
  • Agilität und Flexibilität: OBEYA erlaubt eine agile Arbeitsweise, in der Pläne schnell angepasst und Ressourcen effizient umverteilt werden können, um auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren.

Methodisches Vorgehen in der OBEYA-Methode

Die OBEYA-Methode strukturiert den Ansatz zur Projekt- und Unternehmensführung in einer Weise, die nicht nur die strategische Planung und Ausführung, sondern auch das Monitoring und die ständige Verbesserung umfasst. Dabei werden spezifische methodische Ansätze verfolgt, die systemisches Denken, Verantwortlichkeiten, Visualisierung und die Entwicklung von Menschen integrieren.

a) Strategie: Ziel- und Anspruchsgruppen, Erwartungen und Ziele

Im Rahmen der OBEYA-Methode wird die Strategie klar definiert, wobei die Ziele, die Zielgruppen und deren Erwartungen im Mittelpunkt stehen. Durch systemisches Denken wird der Kontext, in dem das Projekt oder die Organisation operiert, vollständig erfasst und visualisiert. Dies ermöglicht es, Ziele so zu setzen, dass sie realistisch und erreichbar sind, und sicherstellt, dass alle Stakeholder-Anforderungen berücksichtigt werden. Regelmäßige “Go & See”-Walkthroughs im OBEYA-Raum fördern das Verständnis und die Ausrichtung aller Teammitglieder auf diese strategischen Ziele.

b) Performance: Leistungsmessung via KPIs, KVIs und anderer Metriken

Die Leistungsmessung in der OBEYA-Methode nutzt Key Performance Indicators (KPIs), Key Value Indicators (KVIs) und andere relevante Metriken, um den Fortschritt zu überwachen und die Effektivität der umgesetzten Strategien zu bewerten. Diese Metriken werden visuell im OBEYA-Raum dargestellt, um eine kontinuierliche und transparente Bewertung der Performance zu gewährleisten. Dies unterstützt den Rhythmus und die Routine des Teams, indem es klare Benchmarks für Erfolg bietet und es ermöglicht, schnell auf Abweichungen zu reagieren (“Act & Respond”).

c) Problemlösung: Konzentration auf das Lösen konkreter Probleme

Ein zentraler Bestandteil der OBEYA-Methode ist die systematische Problemlösung. Probleme werden nicht nur identifiziert und visualisiert, sondern es wird auch ein strukturierter Ansatz zur Lösung dieser Probleme verfolgt. Dabei werden die Ursachen der Probleme tiefgehend analysiert (“Go & See”) und Lösungsstrategien entwickelt, die auf die stetige Verbesserung der Prozesse abzielen. Dies fördert das kritische Denken und die Problemlösungskompetenz innerhalb des Teams.

d) Wertschöpfung: Projektfunnel, Wertstrom, Roadmap

Die Schaffung von Werten wird durch die klare Definition und Visualisierung des Wertstroms, des Projekt-Funnels und der Roadmap erreicht. Diese Elemente bilden die Grundlage für die Planung und Steuerung des gesamten Projekts oder Prozesses. Sie helfen, den Überblick über den Fortschritt zu behalten und sicherzustellen, dass alle Aktivitäten auf die Generierung von Mehrwert ausgerichtet sind. Durch regelmäßiges Überprüfen und Anpassen dieser Pläne im Rhythmus der Projektzyklen wird sichergestellt, dass das Projekt auf Kurs bleibt und effizient voranschreitet.

e) Agieren & Reagieren: Task-Board, Kanban-Board, Impediments

Im OBEYA-Raum werden Task-Boards und Kanban-Boards verwendet, um Aufgaben zu verwalten und den Workflow zu visualisieren. Diese Tools ermöglichen es, Agilität in den täglichen Abläufen zu wahren und schnell auf Veränderungen oder Hindernisse (Impediments) zu reagieren. Die klare Darstellung von Aufgaben und der Status ihrer Bearbeitung fördert die Selbstorganisation des Teams und unterstützt eine dynamische Anpassungsfähigkeit. Durch regelmäßige Reviews und die Anpassung der Boards wird ein stetiger Verbesserungsprozess gefördert, der die Grundprinzipien von “Act & Respond” und “Go & See” reflektiert.

Zusammengefasst ermöglicht das methodische Vorgehen in der OBEYA-Methode eine umfassende und systematische Herangehensweise an Projektmanagement und Leadership, die die Entwicklung der Menschen, die Stärkung der Teamdynamik und die kontinuierliche Verbesserung in den Mittelpunkt stellt.

Leadership-Dimensionen der OBEYA-Methode

Die OBEYA-Methode fördert eine Reihe von Leadership-Dimensionen, die nicht nur die physische Gestaltung des OBEYA-Raums prägen, sondern auch die Art und Weise, wie Führungskräfte innerhalb dieser Umgebung agieren und interagieren. Diese Dimensionen betonen verschiedene Aspekte effektiver Führung und bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Implementierung und Nutzung der OBEYA-Prinzipien.

Visuelle Führung

Visuelle Führung ist ein zentrales Element der OBEYA-Methode. Sie ermöglicht es Führungskräften, komplexe Informationen auf einfache, visuell zugängliche Weise darzustellen. Durch den Einsatz von Diagrammen, Karten und anderen visuellen Hilfsmitteln werden Ziele, Fortschritte und Herausforderungen klar kommuniziert. Dies fördert ein gemeinsames Verständnis und hält alle Teammitglieder auf dem gleichen Stand. Die Fähigkeit, visuelle Hilfsmittel effektiv zu nutzen, ermöglicht es Führungskräften, Transparenz zu schaffen und schnell auf Veränderungen zu reagieren.

Partizipative Führung

Die OBEYA-Methode stärkt die partizipative Führung, indem sie alle Teammitglieder in Entscheidungsprozesse einbezieht. In regelmäßigen Meetings und Diskussionen im OBEYA-Raum werden Mitarbeiter ermutigt, ihre Meinungen und Einsichten zu teilen, was zu einer inklusiveren und kollaborativeren Arbeitsumgebung führt. Führungskräfte, die diese Dimension umarmen, fördern eine Kultur des Vertrauens und der gegenseitigen Achtung, die für die Förderung von Engagement und die Umsetzung von Veränderungen wesentlich ist.

Strategische Führung

Im Kern der OBEYA-Methode steht die strategische Führung, die darauf abzielt, langfristige Ziele mit täglichen Aktivitäten zu verknüpfen. Der OBEYA-Raum dient als strategisches Zentrum, in dem Führungskräfte regelmäßig den Fortschritt in Bezug auf die Unternehmensziele überprüfen und bei Bedarf Kurskorrekturen vornehmen können. Diese proaktive Herangehensweise ermöglicht es Führungskräften, vorausschauend zu handeln und das Team auf gemeinsame Ziele auszurichten.

Agile Führung

Agilität ist ein weiterer wesentlicher Aspekt der Führung innerhalb der OBEYA-Methode. Der dynamische und flexible Rahmen des OBEYA-Raums fördert eine agile Führungsweise, die schnelle Anpassungen und iteratives Lernen ermöglicht. Führungskräfte werden angehalten, offen für Veränderungen zu sein und schnell auf neue Informationen zu reagieren, was essentiell ist, um in schnelllebigen und unsicheren Geschäftsumgebungen erfolgreich zu sein.

Coaching und Entwicklung

Schließlich betont die OBEYA-Methode die Bedeutung von Coaching und der Entwicklung von Teammitgliedern. Durch den ständigen Austausch und die enge Zusammenarbeit im OBEYA-Raum haben Führungskräfte die Möglichkeit, ihre Teams kontinuierlich zu fördern und zu unterstützen. Sie nutzen die täglichen Interaktionen, um individuelle Fähigkeiten zu stärken, Feedback zu geben und Lernmöglichkeiten zu schaffen. Dies trägt nicht nur zur persönlichen Entwicklung der Mitarbeiter bei, sondern stärkt auch die Gesamtleistung des Teams.

Insgesamt bildet die Kombination dieser Leadership-Dimensionen in der OBEYA-Methode einen umfassenden Rahmen für effektive Führung. Sie unterstützt Führungskräfte dabei, eine Umgebung zu schaffen, die auf Klarheit, Engagement und proaktives Handeln ausgerichtet ist. Indem sie diese Dimensionen fördern, können Führungskräfte ihre Aufgaben und/ oder Projekte gemeinsam mit ihren Teams noch zweckmäßiger gestalten und umsetzen.

Digitale OBEYA-Räume

Mit der fortschreitenden Digitalisierung und der zunehmenden Verbreitung von Remote-Arbeit haben sich auch digitale OBEYA-Räume etabliert, die die Prinzipien der physischen Räume in die virtuelle Welt übertragen. Diese digitalen Plattformen nutzen Technologien wie digitale Whiteboards, Projektmanagementsoftware und Kollaborationstools, um eine ähnliche Umgebung wie ein physischer OBEYA-Raum zu schaffen. Erste Vorlagen hierzu finden sich z.B. bei MIRO:

Quelle: https://agilewalls.com/miro-obeya-dropper/

Digitale OBEYA-Räume ermöglichen es Teams, unabhängig von ihrem physischen Standort zusammenzuarbeiten. Sie bieten die gleichen Vorteile hinsichtlich Transparenz und Kollaboration und sind besonders wertvoll für verteilte Teams. Die Nutzung digitaler Tools erlaubt es, Echtzeit-Updates zu teilen, was die Reaktionsfähigkeit und die Fähigkeit zur schnellen Anpassung an Markt- oder Projektänderungen erhöht.

Zudem bieten digitale OBEYA-Räume die Möglichkeit, Daten und Analysen in einer Weise zu integrieren, die in physischen Räumen oft nicht möglich ist. Durch die Anbindung an Unternehmensdatenbanken und Analysetools können Teams tiefere Einblicke in ihre Projekte erhalten und fundiertere Entscheidungen treffen.

Für welche Projekte und Aufgaben eignet sich diese Methode besonders?

Die OBEYA-Methode eignet sich besonders gut für Projekte, die durch eine hohe Komplexität und das Erfordernis einer schnellen Reaktionsfähigkeit gekennzeichnet sind. Sie ist ideal für Großprojekte in Bereichen wie Softwareentwicklung, Produktinnovation, Bauprojekte und strategische Geschäftsentwicklung.

In solchen Projekten, wo viele Stakeholder beteiligt sind und die Anforderungen schnell ändern können, bietet OBEYA eine Struktur, die hilft, den Überblick zu behalten und alle Beteiligten auf dem Laufenden zu halten. Die Methode fördert eine intensive Zusammenarbeit und schnelle Anpassungen, was sie besonders wertvoll macht in Umgebungen, die eine hohe Flexibilität erfordern.

Darüber hinaus ist OBEYA auch in kleineren Projekten oder bei der Implementierung von Veränderungsprozessen innerhalb einer Organisation nützlich. In solchen Fällen kann die Methode dazu beitragen, Widerstände zu minimieren und die Akzeptanz unter den Mitarbeitern zu erhöhen, indem sie allen Beteiligten ermöglicht, den Prozess und die Ziele klar zu sehen und zu verstehen.

Was sind die wesentlichen Vorteile dieser Methode?

Die wesentlichen Vorteile der OBEYA-Methode liegen in der verbesserten Kommunikation, erhöhten Transparenz und der effizienteren Entscheidungsfindung. Durch die zentrale Visualisierung von Informationen und die regelmäßige Kommunikation werden Missverständnisse reduziert und das Engagement des Teams gestärkt. Die Methode unterstützt eine effektive Priorisierung und hilft dabei, Ressourcen optimal einzusetzen.

Teams, die die OBEYA-Methode nutzen, berichten häufig von einer stärkeren Einbindung und Motivation der Mitarbeiter. Die visuelle und interaktive Natur der Methode sorgt dafür, dass alle Teammitglieder aktiv am Projekt beteiligt sind und sich ihrer Rollen und Verantwortlichkeiten bewusst sind. Dies führt zu einer höheren Produktivität und oft zu einer schnelleren Projektabwicklung.

Ein weiterer bedeutender Vorteil ist die Fähigkeit der Methode, schnell auf Veränderungen reagieren zu können. In einem sich schnell verändernden Marktumfeld ermöglicht OBEYA eine dynamische Anpassung von Strategien und Plänen, was entscheidend ist, um Wettbewerbsvorteile zu sichern und auf Kundenanforderungen effektiv einzugehen.

Welche Limits hat diese Methode?

Trotz der vielen Vorteile hat die OBEYA-Methode auch ihre Grenzen. Eine der Herausforderungen ist der Aufwand, der nötig ist, um den Raum aktuell und relevant zu halten. Die Informationen müssen kontinuierlich aktualisiert werden, was eine konstante Disziplin von allen Teammitgliedern erfordert. Wenn diese Disziplin nicht aufrechterhalten wird, kann der Raum schnell an Wert verlieren und zu einer veralteten Darstellung von Projektdaten werden.

Ein weiteres Limit ist die Abhängigkeit von der physischen Präsenz in traditionellen OBEYA-Räumen. In global verteilten Teams oder in Situationen, in denen Remote-Arbeit vorherrscht, kann die physische Komponente der Methode weniger effektiv sein. Obwohl digitale OBEYA-Räume einige dieser Herausforderungen adressieren, können sie die unmittelbare, persönliche Interaktion, die in physischen Räumen stattfindet, nicht vollständig ersetzen.

Außerdem kann die Implementierung der OBEYA-Methode in sehr kleinen Projekten oder in Organisationen, die eine starke hierarchische oder abteilungsübergreifende Trennung aufweisen, weniger effektiv sein. In solchen Umgebungen kann es schwierig sein, die nötige cross-funktionale Zusammenarbeit zu fördern, die für den Erfolg der Methode entscheidend ist.

Fazit

Die OBEYA-Methode bietet eine robuste und flexible Lösung für das Management von komplexen Projekten und organisatorischen Veränderungen. Durch die Schaffung eines zentralen, visuell orientierten Raumes, sei er physisch oder digital, fördert sie Transparenz, Kollaboration und effiziente Entscheidungsfindung. Während die Methode bestimmte Herausforderungen mit sich bringt, insbesondere in Bezug auf die Notwendigkeit der kontinuierlichen Pflege und Aktualisierung der Inhalte, bietet sie doch erhebliche Vorteile für Teams, die in dynamischen und komplexen Umgebungen arbeiten.

Für Führungskräfte, Projektmanager, Product Owner und Change Agents, die nach einem effektiven Weg suchen, um ihre Teams zu leiten und Projekte erfolgreich zu managen, stellt OBEYA eine wertvolle Ergänzung oder Alternative zu traditionellen Managementmethoden dar. Sie ermöglicht nicht nur eine verbesserte Projektsteuerung, sondern fördert auch eine Kultur der Offenheit und des Engagements, die essentiell für den langfristigen Erfolg in der heutigen schnelllebigen Geschäftswelt ist.

Ergänzende Literatur-Tipps

“Führen mit Obeya” von Tim Wiegel. Der Schwerpunkt dieses Buches liegt auf der Erörterung des Obeya als ein Instrument, mit dem Sie Ihre Strategie umsetzen, das Management mit einem praktischen systemischen Ansatz unterstützen und Ihr Unternehmen erfolgreich führen können.

“The Toyota Way” von Jeffrey K. Liker. Dieses Buch bietet einen umfassenden Überblick über das Toyota Production System, aus dem die OBEYA-Methode entstanden ist. Jeffrey K. Liker erklärt die 14 Prinzipien des Toyota-Erfolgs und wie sie in verschiedenen Geschäftsbereichen angewendet werden können, einschließlich des Einsatzes von OBEYA-Räumen für effektives Projektmanagement.

“Lean Thinking: Banish Waste and Create Wealth in Your Corporation” von James P. Womack und Daniel T. Jones. Dieses Buch ist ein Klassiker, der die Prinzipien des Lean Managements detailliert beschreibt, zu denen auch die Grundlagen gehören, die die OBEYA-Methode beeinflusst haben. Das Buch erklärt, wie Unternehmen Verschwendung reduzieren und gleichzeitig den Kundenwert maximieren können, wobei visuelle Management-Tools eine große Rolle spielen.

“Visual Management for Competitive Advantage: The Obeya Methodology” von Gwendolyn Galsworth. Dieser Beitrag ist speziell auf die OBEYA-Methode ausgerichtet und erklärt, wie visuelles Management als strategisches Werkzeug genutzt werden kann. Galsworth bietet praktische Anleitungen zur Implementierung der OBEYA-Methode in Organisationen jeder Größe und beschreibt detailliert, wie Räume gestaltet werden sollten, um Kommunikation und Prozessverbesserungen zu fördern.