Wenn Städte intelligenter werden, werden sie nicht nur schneller, sondern auch lebenswerter. Schon heute sehen wir in Städten wie Gujarat International Finance Tec-City (GIFT City, Indien) eine Vorschau darauf, was Technologie letztendlich in der städtischen Umgebung bewirken könnte. Intelligente Technologien sollen hier nicht nur eingesetzt, um die „Smart Cities“ im Hintergrund effizienter zu machen. Sie sollen direkt in das Leben der Bewohner integriert werden und so die Lebensqualität erhöhen.

Lebensqualität allerdings hat viele Dimensionen, von der Atmung der Luftbewohner bis hin zu dem Gefühl, auf der Straße sicher zu sein. Der Bericht ,,Digitale Lösungen für eine lebenswerte Zukunft“ von McKinsey&Company stellt fest, dass Städte mit intelligenten Technologien einige wichtige Lebensqualitätsindikatoren um 10 bis 30 Prozent verbessern können. Sie führen zu weniger Straftaten, kürzeren Wege, geringerer Gesundheitsbelastung und geringeren CO2-Emissionen.

Und damit gehen diese Ansätze deutlich über die bisherigen IoT-Ansätze mit Fokus auf Industrie und SmartHome hinaus.

Was macht eine Stadt smart?

Intelligente Städte setzen Daten und digitale Technologie ein, um bessere Entscheidungen zu treffen, und die Lebensqualität zu verbessern. Umfassendere Echtzeitdaten geben uns die Möglichkeit, Entwicklungen zu beobachten, agile Bedürfnismuster zu verstehen und mit schnelleren und kostengünstigeren Lösungen zu reagieren. Diese Daten können genutzt werden, da intelligente Anwendungen nur erfolgreich sein können, wenn sie sich so weit verbreiten, dass sie das Verhalten der Bewohner ändern. Sie ermutigen die Menschen, E-Mobilität auch außerhalb Ihrer Arbeits- und Geschäftszeiten zu nutzen. Zudem verbrauchen sie weniger Energie und Wasser und entlasten das Gesundheitssystem durch vorbeugende Selbstversorgung.

Mehr Sicherheit – in SMART Cities

Auch wenn es viele Bedenken im Bereich Datenschutz gib, sind die Vorteile von Technologien, die smart Cities sicherer machen sollen, nicht abzustreiten. Anwendungen können Städten dabei helfen, Kriminalität zu bekämpfen, und andere Aspekte der öffentlichen Sicherheit zu verbessern. Durch den Einsatz einer Reihe von Anwendungen könnte nicht nur ein potenzieller Rückgang an Todesfällen durch Mord, Verkehrsunfälle und Brände realisiert werden. Vielmehr könnten auch der Umfang an Körperverletzungen, Raub und Einbruch sowie Autodiebstahl drastisch gesenkt werden. Hinzu kommen die Vorteile, die den Bewohnern Bewegungsfreiheit und Seelenfrieden bieten. Technologien allein sind zwar keine schnelle Lösung für Kriminalität. Aber Behörden könnten Daten dazu verwenden, um knappe Ressourcen und Personal effizienter einzusetzen.

Bessere Infrastruktur – in SMART Cities

Smart-City-Technologien können das tägliche Pendeln beschleunigen und vereinfachen. Weltweit beginnen und enden Millionen von Menschen Ihren Arbeitstag im Großstadt-Dschungel: es ist laut, der Verkehr tobt, die Züge sind überfüllt und die Menschen haben es eilig. Eine Verbesserung des täglichen Pendelverkehrs ist für die Lebensqualität von entscheidender Bedeutung. Das Verkehrs-Management ist eine der größten Infrastruktur-Hürden, mit denen Entwicklungsländer, aber auch Industrieländer heute konfrontiert sind. Doch wie können smarte Anwendungen im Verkehrsmanagement eingesetzt werden?

Einige Städte nutzen bereits IoT und Big Data zu ihrem Vorteil, um Probleme im Zusammenhang mit dem Verkehr zu minimieren. Besser organisierte Verkehrssysteme bedeuten einen besseren Fahrzeug-Fluss auf der Straße und dass keine Autos, Busse und Lastwagen im Stau stehen. All dies führt letztendlich auch zu kürzeren Laufzeiten, einer angemessenen Nutzung der natürlichen Ressourcen und einer geringeren Umweltverschmutzung. Zum intelligenten Verkehrs-Management gehören jedoch auch andere Faktoren wie intelligente Parksensoren, intelligente Straßenbeleuchtung, intelligente Autobahnen und intelligente Unfallhilfe.

Saubere und nachhaltige Umwelt – in SMART Cities

Auch wenn mit zunehmender Urbanisierung, Industrialisierung die Umweltbelastungen zunehmen, können intelligente Städte durch Anwendungen wie Gebäude-Automations-Systeme, dynamische Strompreise und verschiedenen Mobilitätsanwendungen eine sauberere und nachhaltigere Umwelt schaffen. Durch die Dokumentation und Analyse des Wasserverbrauchs, könnten beispielsweise Menschen in smart Cities, in denen der Wasserverbrauch in Wohngebieten hoch ist, zum Sparen bewegt und der Verbrauch gesenkt werden. In vielen Teilen der sich entwickelnden Welt ist die größte Quelle von Wasserabfällen die Leckage aus Rohren. Durch den Einsatz von Sensoren und Analysen können auch diese Verluste gesenkt werden. Mit der Einführung von sogenannten ,,pay-as-you-throw“-Gebührensystemen kann das Pro-Kopf-Abfallvolumen um 10 bis 20 Prozent gesenkt werden. Auch die Luftqualität könnte durch Luftqualitäts-Sensoren verbessert werden.

Sie erkennen zwar nicht automatisch die Ursachen der Verschmutzung, können allerdings die Quellen identifizieren und als Grundlage für weitere Maßnahmen dienen. Peking reduzierte beispielsweise tödliche Luftschadstoffe in weniger als einem Jahr um etwa 20 Prozent, indem es die Verschmutzungsquellen genau verfolgte und den Verkehr und die Bauarbeiten entsprechend regulierte. Zusätzlich kann der Austausch von Informationen zur Luftqualität in Echtzeit mit der Öffentlichkeit über Smartphone-Apps Einzelpersonen ermöglichen, Schutzmaßnahmen zu ergreifen.