Niemand wird als Genie geboren. Talent und Begabung wird bezogen auf die Lernfähigkeit oftmals überschätzt. Jeder kann einen bestimmten Lernstoff erlernen. Und der Lernerfolg hängt auch nicht so sehr vom Lehrer oder Trainer ab, sondern von der Lernmethode, die dazu eingesetzt wird. Wir setzen dazu auf: Aktivierendes Lernen bei Salesforce-Trainings.

Aktivierendes Lern-Angebot – wichtiger als Charisma, Erfahrung und Sympathie

Für den Physik-Nobelpreisträger Carl Wieman von der Stanford University aus den USA war bereits im Jahr 2009 klar: Die Dinge, die wir uns gerne von Lehrern, Dozenten und auch Trainern wünschen, sind gar nicht so wichtig für den Lernerfolg. Viel wichtiger ist vielmehr die richtige Lernmethode. Diese Aussage bezieht er vor allem auf die Vermittlung naturwissenschaftlicher Aspekte.

Dazu hat er die Methode des aktiven Lernen entwickelt, d.h. dass Schüler und Studenten dann wirklich gut lernen, wenn „sie ihr eigenes Verständnis für die Materie entwickeln„. Der Trick dabei ist, Lernaktivitäten anzubieten, die gerne gemacht werden. Dazu gehören u.a.:

  • Überschaubarer Lernstoff
  • Verstehen der Themenrelevanz – auch abseits von Noten, Prüfungen oder Zertifikaten
  • Miteinander Lernen und dabei Begeistern
  • Mit cleveren (Haus)Aufgaben die Themen vertiefen
  • Lieber zuhören als auch noch mitschreiben

#1 Zweckmäßige Lern-Portionen

Mit einem passenden Rucksack, der nicht überfüllt ist, lässt es sich leichter größere Distanzen zu überwinden. Deswegen sollte auch jeweils nur eine Lernaufgabe gestellt, mit der die Lernenden rasch große Fortschritte erzielen können. Ist der Lernstoff zu komplex, kompliziert oder auch zu vielfältig, ist die Gefahr des Strauchelns sehr hoch. Überladende Aufgaben führen also zu Überforderung und Demotivation. Besonders geeignet für ein aktivierendes Lernen sind deshalb klare und präzise Arbeitsaufträge, die gemeinsam oder in Kleingruppen zunächst analysiert werden sollten:

  • Welche Absicht verfolgt der Auftraggeber?
  • Was muss ich bzw. müssen wir mindestens leisten?
  • Welche Auflagen und Rahmenbedingungen sind dabei auf jeden Fall zu beachten?
  • Welche Informationen fehlen und müssen dazu zunächst einmal beschafft werden?
  • Wie lässt sich das Thema bzw. die Problemstellung sinnvoll eingrenzen?

#2 Verstehen der Relevanz – dann lernt es sich leichter

Die- oder derjenige, der weiß, worum es geht und vor allem auch das „Warum“ versteht, ist einfach mehr bei der Sache. Deswegen sollte gerade am Anfang die Relevanz des Themas ausführlich bearbeitet werden. Dazu eignen sich prima geeignete Szenarien, die den notwendigen Rahmen abstecken. Die hierfür eingesetzte Zeit ist eine prima Anfangs-Investition, die sich rasch auf den Lernerfolg auszahlen wird.


#3 Mit Lern-Aufgaben gezielt Reize für Kleingruppen-Arbeit setzen

Das Aktivierende Lernen erfolgt besser in Kleingruppen, da sich die Lernenden hierdurch mit anderen gegenseitig austauschen können. Dadurch denken sie aktiv über die wichtigsten Ideen zum jeweiligen Thema nach und verarbeiten es nicht nur alleine, sondern beziehen dabei auch die Überlegungen der anderen Gruppenmitglieder in ihre eigenen Gedanken mit ein. Nach der Gruppenarbeit wissen dann alle, worum es geht.


Aktivierendes Lernen in Kleingruppen

Allerdings tritt das Verstehen meist erst später bei der Auseinandersetzung mit einer individuellen Aufgabenstellung ein. Deshalb sollten sich die Lehrer, Dozenten und Trainer gem. Carl Wieman auch deutlich intensiver mit den (Haus)Aufgabenstellungen beschäftigen, als mit dem Unterrichtsstoff. Nur durch die hochkonzentrierte Auseinandersetzung mit einer Aufgabenstellung werden „die kleinen Proteine gebildet, die das Langzeitgedächtnis ausmachen„. Aktivierendes Lernen ist also auch Naturwissenschaft.


#4 Effektiver Einsatz moderner Technologien zur Lern-Unterstützung

Heute stehen uns eine Vielzahl von Technologien wie z.B. Chats, Foren, Umfragen bis hin zu interaktiven Lern-Management-Plattformen zur Verfügung. Diese sollten daher sowohl vor, während als auch nach dem Lernabschnitt genutzt werden. Dadurch können die Teilnehmer viel intensiver bereits im Vorfeld auf das Thema eingestimmt werden, ihre Lernerfolge und Motivation auch parallel zum Lernen bzw. Training überprüft werden und die Lernplattformen zur Nachbereitung intensiv genutzt werden. Das ist technologie-unterstützendes aktivierendes Lernen.


#5 Interaktive Methode besser als Erfahrung

Carl Wieman hatte in einer Studie gemeinsam mit der University of British Columbia beobachtet, dass Studenten, die von einem wenig erfahrenen Dozenten, der aber auf eine interaktive Lernmethode in Klein-Gruppen setzte, höheren Lernerfolg hatten, als andere Gruppen, die von einem deutlich erfahreneren und deutlich beliebteren Dozenten unterrichtet wurde, der aber auf Frontalunterricht setzte.

Dies spiegelt meine eigenen Erfahrungen – insbesondere als Ausbilder beim Militär – wieder. Dort gab es immer wieder junge unerfahrene Ausbilder, denen es gerade durch ihre interaktiven Fähigkeiten gelang, jungen Soldaten auch komplexe und mitunter komplizierte Sachverhalte prima zu vermitteln. Und das ohne Druck über Befehl und Gehorsam, sondern einfach dadurch, dass sie aktivierendes Lernen als eine sehr effektive Lernmethode einsetzten.


Exkurs: Anpassungsfähigkeit unseres Gehirns nutzen

Unser Gehirn passt sich ständig unserer Lebensumwelt an. Dadurch haben wir die Fähigkeit, uns immer wieder neu zu strukturieren – und dies ein Leben lang. Aber wie funktioniert das?

100 Mrd. Nervenzellen kommunizieren ständig miteinander

Das Gehirn ist das komplexeste Organ unseres Körpers. Es bildet die Schaltzentrale für unser Gedächtnis. Beim Lernen werden neue Reize gesetzt. Dadurch verändert sich das neuronale Netz. Es bilden sich neue Verbindungen unter den Nervenzellen. Das Netz wird dadurch dichter und größer; es wird plastischer, wie die Neuro-Wissenschaftler sagen.


Neuronale Netzstrukturen
Neuronale Netzstrukturen

Das neuronale Netz ist unendlich

Die synaptische Plastitizität bzw. die Fähigkeit unseres Gehirns, sich immer wieder neu zu strukturieren, gibt uns genau die notwendige Unterstützung. Diese brauchen wir, um uns in unbekannten Umgebungen orientieren zu können und neue Situationen bewältigen können. Dadurch können wir auch in komplexen Situationen den Überblick behalten und immer noch schnell reagieren. Zudem ist es uns möglich, zwischen unterschiedlichen Handlungsalternativen abzuwägen, was neu und wichtig ist. Und dies verbinden wir dann mit den bereits vorhandenen, abgespeicherten Informationen. Genau dazu ist das neuronale Netz unseres Gehirns so angelegt.


Lernen findet an den Synapsen statt



Aktivierendes Lernen bei Salesforce-Trainings

Entscheidend für das Lernen sind also die aktivierenden Reize, die diese Prozesse auslösen und die kleine Proteine an den Rezeptoren bilden. Und genau diese Lern-Prozesse gilt es beim Aktivierenden Lernen gut zu justieren. Denn es ist das bewusste Lernen, dass die Tänzerin zur Primaballerina und den Klavierspieler zum Konzertvirtuosen macht. Dazu reicht es aber nicht aus, einmal Gelerntes nur zu wiederholen. Vielmehr ist es notwendig, sich immer neue, höhere Ziele zu setzen und seine eigene Komfortzone zu verlassen. Dadurch erst werden die Leistungsgrenzen ausgereizt und übertroffen.

Andererseits bedeutet dies aber auch, dass die Lernenden ebenfalls bereit sind, ihre eigenen Komfortzonen zu verlassen. Dies hat viel mit ihrer jeweiligen (Eigen)Motivation zu tun. Für das Salesforce-Umfeld bedeutet dies, dass jeder Nutzer für sich selber eine Antwort auf die Frage findet, wie wichtig die Salesforce-Plattform-Lösungen für seine täglich Arbeit sind und auf welchem Level er diese bearbeiten will. Das Motto hierzu lautet sicherlich: Professionelle Plattform-Lösungen erfordern auch professionelle Nutzer. Und für die Entwicklungen hin zu diesem Ziel, sollten die Nutzer auch bereit sein, ihre eigenen Komfortzonen zu verlassen.


Unser methodischer Ansatz bei Salesforce-Trainings

Unsere Methodik für aktivierendes Lernen bei Salesforce-Trainings

Szenario und Aufgabenstellung

Unsere Trainings beginnen wir grundsätzlich immer damit, dass wir inhaltlich kurz in die jeweiligen Themen-Blöcke einführen. Dazu nutzen wir auf Basis von Story-Cards die Anforderungen unserer Auftraggeber als grundsätzliches Szenario. Dieses erstellen wir nicht an abstrakten theoretischen Beispielen sondern vielmehr sehr handlungs- und praxisorientiert an aktuellen Beispielen aus dem beruflichen Alltag der Teilnehmer. Dabei konzentrieren wir uns auf das Herausstellen der jeweiligen Herausforderung oder des bzw. der Handlungsfelder.

Danach erläutern wir den jeweiligen Arbeitsauftrag oder die konkrete Aufgabenstellung. Hierbei haben die Trainings-Teilnehmer dann die Möglichkeit, Verständnisfragen so lange zu stellen, bis die Dinge wirklich verstanden sind. Die dafür notwendige Zeit ist einkalkuliert und sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden.


Lösungs-Design in Kleingruppen

Nachdem das jeweilige Szenario und die dazugehörige Aufgabenstellung verstanden ist, lassen wir die Teilnehmer allerdings noch nicht eigenverantwortlich die Dinge umsetzen. Vielmehr bitten wir sie, zunächst in Klein-Gruppen oder paarweise, ein entsprechendes Lösungs-Design zu erstellen, und im Anschluss daran den anderen Teilnehmern vorzustellen. Dadurch haben die Teilnehmer die Möglichkeit, Ihre eigenen Überlegungen mit anderen unmittelbar auszutauschen, und dadurch auch andere Ansätze in ihrer weiteren Überlegungen mit aufzunehmen. Dies gilt vor allem bei der gemeinsamen Erörterung der unterschiedlichen Lösungswege – dann aber gruppen-übergreifend.

Die Trainer bewegen sich dabei von Gruppe zu Gruppe und stehen den Teilnehmern als fachliche Sparrings-Partner zur Verfügung. Sie sollen dazu das aktivierende Lernen fördern und die Teilnehmer aber auch aus ihrer jeweiligen Komfortzone herausfordern.


Gemeinsames Erörtern der Lösungs-Skizzen

Bei dem gegenseitigen Vorstellen und Erörtern der unterschiedlichen Lösungs-Skizzen sollen die Teilnehmer nun zunächst einmal ihren ersten Lösungsansatz darstellen und ggf. auch ggü. Kritik verteidigen. Dadurch erkennen sie nicht nur etwaige Schwächen, sondern haben zudem die Möglichkeit, Ihre Ansätze zu verfeinern oder noch mal grundsätzlich zu überdenken.

Die Trainer stehen hierbei mit Rat und Tat zur Seite und greifen erst dann aktiv ein, wenn sich Sackgassen bilden oder gebildet haben. Die Trainer vermeiden so bereits frühzeitig durch ergänzende Erläuterungen oder auch zusätzliche fachliche Inputs grundsätzliche Fehler und Frustrationserlebnisse bei den Teilnehmern. Dies ist uns besonders wichtig für Aktivierendes Lernen.


Individuelles Umsetzen der Lösung im System

Erste wenn eine vielversprechende Lösung der Aufgabenstellung sichtbar ist, lassen die Trainer die Teilnehmer nun endlich selbständig am System arbeiten. Dabei geht es nun darum, dass die Lösungen individuell in der Salesforce-Plattform umgesetzt werden. Hierzu werden die Teilnehmer spielerisch aktiviert. Also eigentlich genau wie im Sport-Training, wo es nicht nur erlaubt sondern geradezu gewünscht ist, Fehler im Trainings-Spiel zu machen – aber vor allem dann , wenn die Trainings-Teilnehmer außerhalb der eigenen Komfortzone agieren.

Dazu verwenden wir zumeist ein Test-System oder auch – sofern passenden Lernaufgaben im Trailhead von Salesforce zur Verfügung stehen – die interaktive Lernplattform von Trailhead. Diese Plattform bietet sich auch immer dann an, wenn es z.B. darum geht, Lösungen direkt durch die Plattform selber bewerten zu lassen.

Die Trainer bewegen sich in dieser Phase von Teilnehmer zu Teilnehmer und sind nun wirklich in einer 1:1-Coaching-Situation. Dabei geht es nicht darum, den oder die Teilnehmer nun über die „Latte zu hieven“, sondern ihnen ehrliches und hilfreiches Feedback zur Verfügung zu stellen.


Lösungs-Präsentation durch einzelne Teilnehmer

Nachdem die Zeit für die individuellen Umsetzungen vorüber ist, werden einige Teilnehmer durch die Trainer gebeten, ihre Lösungen noch einmal – nun aber zentral für alle sichtbar – vorzustellen. Neben dem Lösungs-Ergebnis geht es an dieser Stelle vor allem um das Darstellen des zweckmäßigsten Lösungsweges. Dieser kann dann gerne mit allen noch einmal diskutiert und kritisch erörtert werden. Dadurch wird insbesondere die Kritikfähigkeit der Teilnehmer für ihre eigene Lösung oder die von Anderen angeregt.

Für die Trainer geht es an dieser Stelle vor allem um ausgewogenes Feedback hinsichtlich der Vor- und Nachteile der jeweiligen Lösung. Erst wenn kein wirklich überzeugendes Ergebnis vorgestellt wurde, präsentieren sie ihren Lösungsvorschlag und stellen ihn dann abschließend zur Diskussion.


Fazit

Durch diese Vorgehensweise sind wir davon überzeugt, dass wir die Teilnehmer einem aktivierenden Lernen unterziehen – und dies in verarbeitbaren Portionen. Zudem sorgen die Trainer für die notwendigen Rahmenbedingungen, dass sich die Teilnehmer selber um eine Lösung bemühen und dazu auch die entsprechenden neuronalen Netzwerkstrukturen mit den erforderlichen Reizen angeregt werden. Dies ist grundsätzlich unser Weg des aktivierenden Lernens bei Salesforce-Trainings – so dass wir nahezu jeden zu echten Salesforce-Champions entwickeln können.




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