Der weltweit geschätzte Bildungsexperte Ken Robinson – geadelt durch den Ritterschlag von Queen Elisabeth II in 2003 – kritisiert, dass viele Schulen auch heute noch wie Fabriken organisiert sind, weil sie immer noch auf die Bedürfnisse der Industriegesellschaft fokussiert sind. Das Ergebnis sind zwar gut ausgebildete Schüler, die zwar hoch kompetent sind, in dem was sie tun – nur leider geht ihnen jegliche Leidenschaft ab. Für Robinson ist klar: Auf Dauer gibt es keine Befriedigung, etwas gut zu können, wenn man es nicht gleichzeitig liebt, wenn es nicht unser inneres Feuer nährt.

Dinge mit Leidenschaft tun – für Kinder der Normalzustand

Ken Robinson stellt immer wieder den Bezug zum Kindsein dar: Als Kinder sind wir stark auf uns selbst bezogen und praktisch frei von Pflichten. Erst durch die Entwicklung des Bewusstseins verstehen wir, dass wir nicht das Zentrum der Welt sind. Wir bewegen uns vielmehr in einem Umfeld, das Erwartungen an uns hat und Anpassung erfordert. Und hierin besteht bereits die große Gefahr, dass wir uns zu stark von den Erwartungen anderer leiten lassen und von unserer Angst, zu scheitern und jemanden zu enttäuschen. Aber sehen Sie doch einfach selber:

Phantasie und Kreativität ist die Basis für Leidenschaft

Menschen, die ihr Leben und ihre Arbeit mit viel Leidenschaft ausgestalten, vertrauen auf ihre Phantasie und Kreativität. Leider wird diese Fähigkeit weder von den meisten Eltern, noch in der Schule und auch durch die meisten Arbeitgeber nicht sehr gefördert. Alles läuft auf Konformität und Standardisierung hinaus. Kinder, Schüler und Arbeitnehmer werden einfach mit Wissen versorgt und lernen, dass es jeweils genau eine richtige Antwort auf jede Frage gibt.

Der Preis, den wir vermutlich für Konformität und Standardisierung zahlen: dass das Potential, kreativ zu sein, auf ein Minimum herabgesenkt wird.

Und braucht es nicht ein Ziel, eine Mission oder zumindest einen roten Faden?

Für Ken Robinson werden diese Dinge natürlich auch benötigt – aber erst nach dem sich herauskristallisiert hat, warum und wohin man seinen Neigungen, Interessen und den sich bietenden Chancen folgt. Für ihn ist klar: Das Leben verläuft nicht linear, sondern organisch. Und deswegen verstehen wir viele Dinge erst nachdem wir sie gemacht haben. Das gilt insbesondere auch für die Dinge, die einmal in die Hose gehen. Denn letztlich ist das Leben keine Könnung sondern eine Entwicklung.

Also sollten wir nicht immer auf andere hören, sondern unser Leben so leben, wie wir es für gut und richtig halten. Unsere Kinder, Jugendlichen aber auch Arbeitnehmer sollten hinsichtlich ihrer Phantasie und Kreativität gefördert werden – wo immer dies möglich ist.

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