Von Dale Carnegie, einem amerikanischen Kommunikations- und Motivationstrainer stammt das Zitat: „Jeder Dummkopf kann kritisieren, verdammen und sich beschweren – und die meisten Dummköpfe tun dies.“ Dem stellt er seinen Ansatz entgegen, dass ein glückliches Leben immer zugleich auch ein erfülltes Leben sei. Carnegie ging gar so weit, dass er dazu riet, gewisse negative Gedanken und Ängste zu ignorieren. Seine Intention hierbei war es, dass die Menschen dadurch fortwährendes ergebnisloses Grübeln vermeiden, um daraus möglichwerweise entstehende Depressionen und Angstzustände zu verhindern. Also nur ein einfaches Konzept der Psychohygiene?

Die Person Dale Carnegie

Dale Carnegie wird im Jahr 1888 in Missouri geboren. Nachdem er seine Ausbildung zum Lehrer abgeschlossen hatte, arbeitete er daraufhin als unglücklicher Verkäufer und Schauspielschüler. Später widmete er sich der Erwachsenenbildung. Carnegie zog später nach New York und bot dort Kommunikations-Trainings mit dem Schwerpunkt auf freier Rede an. 1912 bot Carnegie erstmals seinen ‚Dale Carnegie Kurs‘ an, dessen Techniken zum selbstsicheren Präsentieren er selber entwickelt hatte. Der Kurs erfuhr ab 1930 eine deutliche Expansion in den USA, sodass Carnegie selber Trainer ausbildete und Unternehmer anwarb.

Kurz vor seinem Tod des Gründers wird sein Unternehmen 1954 in die ‚Dale Carnegie & Associates Inc.‘ umfirmiert. In den folgenden Jahren weitete es sich global aus: Standorte in Europa, Australien, Asien und Südamerika wurden aufgebaut. Seit 1967 gibt es spezielle Trainings für Führungskräfte. Es entwickelte sich zudem ein Franchise-System. Die Kurse wurden akkreditiert und  seit 2001 nutzen sogar US-Behörden diese Dienstleistungen. Heute gibt es weltweit über 2800 Trainer, die Dale Carnegie Kurse in 30 Sprachen und in über 80 Ländern anbieten.

 

Durch Menschenführung zum erfolgreichen Management

Basierend auf der unternehmerischen Tätigkeit Carnegies und der Weiterentwicklung des Trainingsangebotes hat sich innerhalb des Franchise-Systems über die Jahre ein eigenes Managementverständnis herausgebildet. Dieses beschreiben die Autoren der Dale Carnegie & Associates in dem Buch „Management: Durch Menschenführung zum Erfolg“. Management ist demnach „die Fähigkeit, angestrebte Ziele durch wirkungsvolle Nutzung der Ressourcen zu realisieren. Die fünf grundlegenden Ressourcen eines Managers sind:

  • Geld
  • Material
  • Maschinen
  • Methoden und
  • Mitarbeiter.

Während die ersten vier Ressourcen der strategischen Rolle des Managers zuzuordnen sind, ist für die Rolle der Führungskraft der Umgang mit den ihm unmittelbar zugeordneten Menschen der entscheidende Bereich.

Erfolg im Umgang mit den Menschen

Trotz technischem Fortschritt rückte im Verlauf des 20. Jahrhunderts der Faktor Mensch immer mehr in den Vordergrund. Viele monotone und getaktete Tätigkeiten wurden zunehmend von Maschinen übernommen. dadurch wurden die betroffenen Mitarbeiter aber auch vor neue Herausforderungen gestellt – z.B. durch die Bildung und/ oder die Arbeit in teilautonomen Teams. Mitarbeiter wurden und werden einzelnen Modulen eines Produktes oder einer Dienstleistung zugeordnet. Sie arbeiten in Gruppen und verbessern inkrementell die Qualität.

Ein Manager bzw. eine Führungskraft ist dann wirklich wertvoll für ein Unternehmen, wenn er eine gute Beziehung zu seiner Firma und den Mitarbeitern hat. Seine Persönlichkeit ist von hoher Bedeutung für den Erfolg. Für die gemeinsame Zielerreichung ist es wichtig, die Mitarbeiter zu einer aktiven Teilhabe anzuleiten. Es gilt, die Ziele von Einzelpersonen mit denen des Teams und des Unternehmens zusammenzuführen.Dabei ist die Motivation der Mitarbeiter, der Teams und der Organisation ist von besonders hoher Bedeutung.

In dem folgenden Video haben Sie nun die Gelegenheit noch mehr über den Carnegie-Ansatz zu erfahren:

 

 

Führungsaufgaben

Grundsätzliche Aufgaben von Führungskräften sind für die Carnegie-Jünger:

  • passende Auswahl und Einarbeitung von Mitarbeitern sowie
  • die anschließende Potenzialentwicklung und Förderung.

Als Impulsgeber motiviert die Führungskraft, regt die Kreativität und fördert die Zusammenarbeit.

Kommt ein Mitarbeiter nicht weiter und droht an einer Aufgabe zu scheitern, berät und coacht ihn die Führungskraft bestmöglich, um dessen Fähigkeiten und Motivation auszubauen. Dazu sind regelmäßige Feedbacks eine prima Methode.

 

Gründe für das Scheitern von Führungskräften

Demgegenüber versagen Führungskräfte und Manager aus Sicht der Carnegie-Lehre häufig, weil sie:

  • Keine Verantwortung übernehmen und anderen die Schuld geben,
  • Nicht mit Menschen umgehen können,
  • Unflexibel, stur oder egoistisch sind,
  • Ein Vorschlagswesen auf Seiten der Mitarbeiter ablehnen,
  • Keine Kritik einstecken können,
  • Nicht motivieren,
  • Sich vor Innovationen scheuen,
  • Oder unfähig sind, selbst Anweisungen zu befolgen.

Zuordnung des Carnegie-Ansatz zum transformationalen Führungsstil

Der Carnegie-Ansatz stimmt in vielen Bereichen mit dem transformationalen Führungsstil überein.Das lässt sich unter anderem an folgenden Punkten fest machen: Beide Ansätze beinhalten die aktive Teilhabe der Mitarbeiter. Der gemeinsame Erfolg als Team wird gefördert, indem Sinnhaftigkeit vermittelt oder ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt wird. Dabei werden auch die individuellen Fähigkeiten gefördert.

Beim transformationalen Stil geschieht dies durch das Eingehen auf die Persönlichkeit der Mitarbeiter. Demgegenüber werden beim Carnegie-Ansatz stark die Motivation und die individuelle Beratung genutzt, um Potenziale der Mitarbeiter zu entwickeln. Die Mitarbeiter- bzw. Menschen-Fokussierung von Carnegie ist vermutlich sogar stärker ausgeprägt, als beim transformationalen Führungsstil. Da beide Herangehensweisen keine direkten Gegensätze aufweisen, lässt sich die Führung und das Management nach Carnegie grundsätzlich der transformationalen Führung zuordnen.