Jeden Monat stelle ich im Format „Lesestoff“ einige Reportagen, Interviews und Berichte aus anderen Medien vor, die mir positiv aufgefallen sind. Dabei geht es oft um Management, Führung und Wirtschaft – aber längst nicht immer. Auch in den Bereichen Kultur, Gesellschaft und Medien stoße ich immer wieder auf Inhalte, die ich für empfehlenswert halte. Here we go.

Alles bleibt anders

Es kommt einem vor, als drehe sich die Welt immer schneller. Ist natürlich quatsch, es liegt an der exponentiell steigenden Geschwindigkeit in Sachen Fortschritt – insbesondere im Bezug auf technische Entwicklungen. Wenn der Mensch mit diesen immer schnelleren Veränderungen klarkommen will, kann er sich nicht auf die Evolution verlassen, sondern muss selbst einen Gang hochschalten. Martin Weigert hat in seiner Kolumne „Weigerts World“ bei t3n mal aufgeschrieben, welche Kompetenzen heutzutage bzw. in naher Zukunft vonnöten sein müssen.

„Wenn etwas diesen Planeten ins Verderben schicken sollte, dann ist es nicht die Technologie, sondern der Mensch, der sie kreiert und bedient. Daher schadet es nicht, zu erlernen, wie dieser Mensch eigentlich funktioniert.“

7 Kompetenzen, die wir brauchen werden, um in einer Welt der ständigen Veränderung klarzukommen

Wenn das U-Boot untergeht

Lesestoff
photo credit: Subway outlet at Plaza Singapura via photopin (license)

Der Trend geht zum guten und gesunden Essen, der Lifestyle ist ein anderer – und klassisches Fast Food bekommt zunehmend Probleme (eins davon heißt Streetfood.) Das trifft nicht nur McDonald’s und Burger King, sondern auch und vor allem die einst als „gesund und frisch“ geltende Alternative namens Subway. Verwundern kann das nicht wirklich, sind es doch gerade die kleinen Subway-Schnellrestaurants, die auch heute noch so hässlich sind, wie Fast-Food-Restaurants vor zwanzig Jahren eben waren. Bei McDonald’s hat sich in dieser Hinsicht ja einiges getan. Für die Washington Post hat Drew Harwell einmal aufgeschrieben, was Subway zur größten Fast-Food-Kette der Welt gemacht hat und sie daher um so tiefer stürzen lassen wird. Quantität ist eben nicht alles. Toll recherchiert!

„At 1 World Trade Center, a Subway housed in an American-flag-adorned trailer was hoisted floor by floor to serve construction workers building Freedom Tower.“

The rise and fall of Subway, the world’s biggest food chain

Heute wieder nichts getan

motivation

In Büros wird öfter auch mal nichts getan. Das ist kein Geheimnis, sondern Tatsache. Jeder hat mal einen schlechten (faulen) Tag, doch nur im Office kann das weitestgehend unbemerkt bleiben. Ein Fliesenleger kann schwerlich so tun, als ob er Fliesen legt. Am Computer ist das nicht nur einfacher, sondern der Computer öffnet auch gleichzeitig die Welt zur Alternativbeschäftigung. Woher kommt die Zeitverschwendung im Büro? Peter Fleming hat für die BBC nach den Gründen gesucht.

„But the „Man Died at Desk and Nobody Noticed“ urban myth strikes a chord for another and more depressing reason. Yes, the office should have noticed the man was dead. Five days is a long time. But they also ought to have noticed that his work wasn’t actually getting done.“

Viewpoint: Why do people waste so much time at the office?

Wie eine Branche unter Wachstum leidet

Vinyl

An vielen mag die Nachricht völlig vorbeigehen: Vinyl ist zurück. Die Schallplatte liegt wieder voll im Trend, von New York bis Berlin. Die Presswerke können sich vor Aufträgen nicht retten und die Wartezeiten für Pressungen werden länger und länger. Die Maschinen sind alt und neue gibt es (bis dato) nicht. Und auch die branchenspezifischen Ausbildungsberufe sind nahezu ausgestorben – es mangelt also an Personal. Thaddeus Hermann hat für das Online-Magazin (für das auch SpannKraft-Redakteur Benedikt Bentler tätig ist) Das Filter die Entwicklung der letzten Jahre und vor allem die aktuelle Situation abgebildet. Leidtragende sind vor allem kleine Labels, die das Geschäft in den letzten 20 Jahren am Laufen gehalten haben.

„Bislang galt: Die Marge ist hoch, die Maschinen sind alt und komplett abbezahlt. Immer vorausgesetzt, dass das Produktions-Volumen ungefähr gleich bleibt. Und das war es. Es hätte eigentlich viel früher investiert werden müssen, auch und gerade in die Galvanik.“

Auf Kante gepresst: Warum der Vinyl-Hype die Schallplatte kaputtmacht