Für all diejenigen, für die Führung nicht etwas Lästiges, sondern vielmehr etwas Schönes oder Herausforderndes ist, habe ich was ganz Besonderes entdeckt: Kai Dornseiff, einer der Geschäftsführer von myconsult aus Paderborn, hatte mich vor einigen Wochen darauf aufmerksam gemacht. Für viele ist Führung gleichbedeutend mit unterschiedlichen Attributen. Diese will ich gar nicht aufzählen. Für einige wenige, ist Führung aber ein vollendetes Zusammenspiel – und das auch ohne verbale Kommunikation. Dadurch ensteht aus Chaos Ordnung, oder bezogen auf ein Orchester: Aus Lärm wird ein vollendetes, klangvolles Musikerlebnis.

Erfolgsfaktoren für harmonische Führung

Damit es zu einem harmonischen Zusammenspiel kommt, bedarf es folgender Erfolgsfaktoren:

  • Professionelle Akteure, die ihr Handwerk wirklich perfekt beherrschen
  • Ein virtuoser Dirigent mit einem authentischen Führungsstil
  • Ein begeisterungsfähiges Auditorium als Zielgruppe
  • Die zweckmäßige Infrastruktur als notwendige Rahmenbedingung
  • Und ein echtes Produkt als wahre Show

Das erfolgreiche Zusammenwirken dieser einzelnen Faktoren – also sprich die Orchestrierung – stellt dann den Garant für außergewöhnliche Leistungen dar.

Unterschiedliche Stile von Führung

Der Dirigent eines Star-Orchesters steht vor einer riesigen Herausforderung: Die perfekte Harmonie im Zusammenspiel der einzelnen Orchesterteile zu erzeugen – und zwar ohne zu Sprechen.

Beeindruckend, klar und gebieterisch

Aktion und Strafe sind hier deutlich spürbar. Das Verantwortungsbewusstsein wird mit energischer Kontrolle um- bzw. durchgesetzt. Trotz hoher Ressourcenorientierung findet keine Partnerorientierung statt und dieser Stil lässt leider auch keine Entwicklungsmöglichkeiten für den Einzelnen.

Streng nach Vorschrift

Dieser Stil ist vollkommen ausführungsorientiert, leider aber ohne jeglichen Interpretationsspielraum. Also die perfekte Summe aller Teile ist hier das Ziel.

Aufeinander hören

Hier überlässt der Dirigent es den Akteuren, wann und wie sie ihren Einsatz bringen. Sie sollen erst dann selbständig anfangen, wenn sie es wirklich nicht mehr aushalten. Der Dirigent gibt also den Freiraum, lässt es somit einfach geschehen, ohne dazwischen zu funken.

Den „Meinungsführer“ machen lassen

Bei diesem Führungsstil werden keine klare Anweisungen gegeben, sondern der Dirigent stützt sich auf die Leistungsfähigkeit des Meinungsführers – aber er lässt ihn machen. Dadurch kann es schon zu einer spirituellen und dennoch stabilen Kontrolle kommen.

Freiraum für weitere Entwicklungsebenen geben

Dieser Stil fühlt sich wie eine „Achterbahnfahrt“ an. Die Zentrifugalkräfte des Ablaufes halten einen jeden in der Spur. Aus einem gemeinsamen Plan wird eine echte Partnerschaft.

Notwendige Fehlertoleranz

Fehler werden nicht einfach hingenommen, sondern Fehler werden durch die 100% Anwesenheit und Autorität gemeinsam angegangen. Der Genuss erfolgt dann durch die gemeinsamen Aktionen.

Konzentration auf die notwendigen Rahmenbedingungen

Hier ist der Dirigent nicht nur prozessorientiert unterwegs, sondern er konzentriert sich auf die notwendigen Rahmenbedingungen, die er für ein klangvolles Musikerlebnis dem Orchester und dem Auditorium bieten muss. Dabei hat er gleichermaßen die Abläufe wie auch den Inhalt vor Augen. Die Ergebnisse sind sichtbar und werden emotional wiedergeben. Dadurch wird auch der Einzelakteur im Zusammenwirken mit der Gemeinschaft zum „story teller“.

„Doing without Doing“ – gleichermaßen Maßgabe und Zielsetzung für harmonische Führung

Itay Talgam stellt in einem sehr charmanten Stil diese unterschiedlichen Stile dar – und endet mit der Empfehlung: Wenn Du etwas wirklich liebst, dann schenke es auch her!

Aber schauen Sie selbst und genießen Sie die folgende Vorführung:

 

Damit beende ich meinen 100. Blogbeitrag und bedanke mich bei den vielen Besuchern für Ihre bisherige Aufmerksamkeit.