Ein Modell des Führungsprozesses ist der grundsätzliche Ablauf von verschiedenen aufeinander abgestimmten Tätigkeiten, um effizient vorgegebene oder selbst gesteckte Ziele zu erreichen. 

Im wirtschaftlichen Umfeld bildet der Führungsprozess damit den Rahmen für die Geschäftsprozesse. Nach meinem Führungsverständnis gehören er damit aber nicht zu den Unterstützungsprozessen, sondern dient vielmehr der ständigen Initiierung der einzelnen Geschäftsprozesse.

Modell des Führungsprozesses

Grundsätzlicher Phasenablauf

Der grundsätzliche Ablauf des Führungsprozesses sieht wie folgt aus:

Hier wir das Modell des Führungsprozesses mit seinem grundsätzlichen Phasenablauf beschrieben

Der Führungsprozess beginnt grundsätzlich mit der Zielerkennung bzw. der Lagefeststellung; im englischsprachigen Raum auch als Initiation bezeichnet. Als Hilfmittel hierzu habe ich bereits die Analyse des Auftrages dargestellt. Danach schließt sich im Führungsprozess die Phase der Entscheidungsfindung bzw. Orientation an. Ihr folgt die Planungsphase bzw. das Concept Development. Daran schließt sich dann die Anordnungsphase bzw. das Plan Development an. Hierauf folgt danach die Durchführungsphase bzw. das Conducting. Abgeschlossen wird der Führungsprozess durch die Überprüfung bzw. den (Plan)Review der durchgeführten Maßnahmen. Hierbei werden dann abschließend im Führungsprozess das SOLL und IST miteinander verglichen und bewertet. Der Führungsprozess sollte dabei grundsätzlich iterativ erfolgen.

Zielerkennung im Modell des Führungsprozesses

In dieser Phase des Führungsprozesses kommt es im Wesentlichen darauf an, zu erkennen, was der Auftraggeber beabsichtigt, welche wesentliche eigene Leistung dazu zu erbringen ist, welche Rahmenbedingungen dabei zu beachten sind und wie die weiteren Überlegungen zielgerichtet einzugrenzen sind.

Entscheidungsfindung im Modell des Führungsprozesses

In dieser Phase des Führungsprozesses geht es um die Analyse der relevanten Rahmenbedingungen und der sich daraus ergebenen eigenen Möglichkeiten mit abschließendem Entscheidungsvorschlag. Dazu muss nicht nur die eigene Handlungsebene betrachtet und bewertet werden, sondern vor allem auch die übergeordneten, die benachbarten und die untergeordneten Ebenen. Und das Ganze nicht nur für seine eigene Situation sondern auch bezogen auf die jeweilige Markt- und Wettbewerbssituation. Hierfür ist ein permanenter Austausch der folgenden Aspekte anzustreben:

  • Bewertungen und Einschätzungen
  • Meldungen, Anträge und Zuarbeit
  • Gegenseitige informationen

Planungsphase im Modell des Führungsprozesses

Die Zielvorgabe des Vorgesetzten, seine Idee oder das selbstgesteckte Ziel bzw. die eigene Idee vom SOLL-Zustand, bestimmen Art und Weise der Planung. Die Planung selbst wird als in die Zukunft gerichtetes systematische Denken und Festlegen von Maßnahmen definiert. Dabei kommt es insbesondere darauf an, zur Verfügung stehende Ressourcen, einerseits nach dem Grundsatz der Zweckmäßigkeit effektiv, andererseits nach dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit effizient so zu nutzen, dass die Zielvorgabe als Oberziel, erreicht wird.

Planung beginnt mit der Beurteilung aller  auf das Ziel und den Weg dorthin einwirkenden Faktoren, sucht nach Möglichkeiten des Handelns, führt nach deren Abwägen zur Entscheidung und setzt diese in einen Plan um. Sie geht vom IST-Zustand aus und erfolgt in den Schritten

  • Zielsystembildung
  • Alternativen entwicklen und bewerten
  • Entscheiden
  • Plan erstellen

Anordnungsphase im Modell des Führungsprozesses

Die Anordnung bezeichnet die SOLL-Vorgabe und ist damit gleichzeitig die entsprechende Phase im Modell des Führungsprozess. Anordnungen setzen also den Plan in Anweisungen zum Handeln um. Der Plan dient außerdem zur Koordination der arbeitsteiligen Maßnahmen in der Durchführung sowie zur späteren Kontrolle. Mit ihnen überträgt die/ der FührerIn ihren/ seinen Willen auf den jeweiligen Verantwortungsbereich, um seine Absichten zu verwirklichen. Der Auftrag ist damit der Kern einer jeden Anordnung; d.h. er bestimmt das Ziel und ist Ausgangspunkt für das Denken und Handeln der Geführten. Diese Aussage kennzeichnet das Führungsprinzip „Management by Objectives“ (Führen mit Zielvereinbarungen), das den Geführten möglichst weiten Freiraum für eigenverantwortliche Ausführung des Auftrages gewähren soll.

Durchführungsphase im Modell des Führungsprozesses

Die Durchführung der Anordnung vollzieht sich unterhalb der jeweiligen Führungsebene und gibt den Geführten nach Detaillierungsgrad im Sinne der Zielsetzungen mehr oder weniger großen Handlungsspielraum. Damit wird diese Phase quasi schon durch die vorherige Anordnung initiiert. Sie beruht ferner auf dem Plan, der zugleich der Koordinierung und der Kontrolle dient.

Überprüfungsphase im Modell des Führungsprozesses

Diese Phase Umfasst den SOLL-IST-Vergleich zwischen der im Auftrag enthaltenen Zielvorgabe – also dem Gesamt- oder Oberziel –  und dem Ergebnis der Durchführung der Anordnung. Hat die Auftagserfüllung die Zielvorgabe erreicht oder wird auf die Auftragserfüllung verzichtet, so ist der Führungsprozess abgeschlossen.

Stellt sich im Rahmen der abschließenden Kontrolle jedoch heraus, dass das erzielte Ergebnis nachgebessert werden muss, so leitet die Kontrolle zu einem neuen Führungsprozess über. Dabei kann es auch erforderlich sein, dass die Teilziele, vielleicht sogar das Gesamtziel, modifiziert werden müssen. Auf den Aspekt der Zielbildung bzw. -operationalisierung muss daher an anderer Stelle noch mal detaillierter eingegangen werden.