Letzte Woche zum ersten Mal an einer Regionalversanstaltung des DDIM in der Handelskammer zu Hamburg teilgenommen. Dabei standen insbesondere die Chancen des chinesischen Marktes im Fokus der Betrachtungen. Besonders deutlich wurde herausgearbeitet, dass einfaches Adapitieren oder Kopieren von inländischen Lösungen auch in China nicht von Erfolg geprägt sein wird.

Regionalveranstaltung des DDIM

Letzte Woche habe ich an der Regionalveranstaltung der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management (DDIM) in der Handelskammer in Hamburg teilgenommen, um einen ersten Eindruck von dieser Dachgesellschaft zu bekommen. Neben der beeindruckenden Infrastruktur der Handelskammer unmittelbar im Herzen von Hamburg und der guten Organisation standen neben der Vorstellung des DDIM vor allem international ausgerichtete Tätigkeiten für Interim Management – und hier besonders in China – im Fokus der Veranstaltung. Besonders beeindruckt haben mich persönlich vor allem die Ausführungen von Frau Isabelle Hansen, der Inhaberin von Europe Asia Business Services.

China im Fokus

Frau Hansen gab – basierend auf ihren profunden beruflichen Erfahrungen in China –  einen besonders eindrucksvollen und vor allem kurzweiligen Überblick zu den Themen Geschäftsaufbau, Marketing und Vertrieb in dem Reich der Mitte. Zudem sprach Sie über praktische Erfahrungen und wesentliche Erfolgsfaktoren insbesondere vor dem Hintergrund der kulturellen Unterschiede. Vor allem aber stellte Sie auch die enormen Chancen dieses Zukunftsmarktes dar.

Gesellschaftliche Entwicklung

Aktuelle Millionenstädte in China

Während China schon heute nahezu fünf mal so viel Millionenstädte als Europa ausweist, werden dort künftig weitere neue Millionenstädte entstehen – und dies quasi von der „grünen Wiese“ aus. In einer Vision von Siemens wird davon ausgegangen, dass China langfristig über 10 Mega-Cities mit jeweils bis zu 25 Mio. Einwohner verfügen wird. Wer schon einmal in einer derartigen Region wie z.B. Kairo war, wird wissen, welche Herausforderungen und Potentiale – neben alle den damit einhergehenden Risiken – derartige Regionen mit sich bringen bzw. nach sich ziehen.

Chinas Umgang mit Handelsmarken

Wer aber nun glaubt, dass sich die Chinesen mit Handelsgütern minderer Qualität oder veralteten Maschinen zufrieden geben, sieht sich getäuscht. Schon 2010  hat der chinesische Staatsapparat die Einfuhrgesetze derart verschärft, dass nur noch Maschinen, die nicht älter als zwei Jahre sind, eingeführt werden dürfen. Ein weiteres Zeichen dafür, dass sich China immer weiter emanzipiert und die globale Rolle einnimmt, die es aufgrund seiner Fläche und Einwohnerzahl einfach ausüben muss. Demgegenüber haben die Chinesen aber innerhalb der letzten Jahre bereits ein sehr hohes Markenbewusstsein bei gleichzeitig niedriger Markenbindung entwickelt.

Markenbewusstsein und Markenbindung in China

Aus o.a. Grafik wird deutlich, dass sich die Chinesen deutlich stärker als andere Konsumenten weltweit stark nach Marke und Preis ausrichten. Dabei definieren sie u.a. auch ihren sozialen Status. Diese kulturellen Aspekte sind gem. Frau Hansen, bei dem Aufbau von Marken und Leistungsversprechen in China besonders zu berücksichtigen. Dies gilt auch oder gerade besonders für die Markenbezeichnung, die grundsätzlich an die Landessprache anzupassen ist.

Brand Building in China

Brand Building in China

Dabei ist vor allem zu beachten, dass die Marke neben der phonetischen Übersetzung eine positive, gewünschte Botschaft aufweist (BMW: kostbares Pferd oder  L’Oreal: europäisch, schön & elegant; Coca Cola: wohlschmeckend und erfrischend) und auch Symbolik einschließlich Farbgebung berücksichtigt werden. Microsoft hatte seine Suchmaschine urspr. „Bing“ genannt, was auf Chinesisch  „Krankheit“ heisst, später dann in „Biying“ umbenannt. Insgesamt kann eine höherwertige Positionierung als im Heimatmarkt erfolgversprechend sein (z.B. Uniqlo, Pizza Hut).

Abschließend stellte Frau Hansen noch aktuelle Werbeformen dar. Hierbei wurde deutlich, dass die modernen Technologien und insbesondere das Internet in Verbindung mit den sog. Mobile-Devices eine wenn nicht sogar die tragende Rolle in der Werbelandschaft darstellt. Hier scheint China also schon deutlich weiter zu sein, als „Old-Europe“!

 

Wer sich intensiver mit dieser Thematik beschäftigen möchte, dem empfehle ich abschließend Frau Hansen über twitter zu folgenden. Dabei bekommt man dann auch schnell ein Gefühl dafür, wie rasant sich hier die Informationen über dieses Medium entwickeln.