Was ist Vertrauen überhaupt? Mit dieser Frage – bezogen auf das Verhältnis zwischen Führungskräften und Mitarbeitern – setzt sich G. Dietrich, der Personalchef von Unister in seinem Artikel „Dilemma und Notwendigkeit: Vertrauen im Management“ auseinander.

Beeindruckenswert finde ich den Mut von Herrn Dietrich, auf das gegenseitige Vertrauen zwischen Führungskräften und Mitarbeitern zu setzen. Gerade in rasanten Arbeitsumgebungen, ist dies die Basis für nachhaltige Zusammenarbeit. Zudem danke ich im auch auch für das Beispiel mit der Bundeswehr; dort ist Führen mit Auftrag wirklich keine Phrase sondern gelebte Wirklichkeit der Führungsphilosophie; auch wenn dies in den Einsätzen der letzten Jahre – aufgrund „unruhiger Politiker“ – deutlich aufgeweicht wurde. Dieses Führungsprinzip und vor allem der daraus abgeleitete Führungsprozess geht übrigends auf das sog. Harzburger Modell, dem bis heute einzigen europäischen Führungsmodell – als Alternative zu den zahlreichen Management by…-Ansätzen aus dem angloamerikansichen Raum – zurück.

Demgegenüber rege ich allerdings an, Vertrauen nicht nur mit den o.a. Attributen „Transparenz, Integrität, Authentizität und respektvoller und fairer Umgang mit Mitarbeitern“ zu beschreiben. Denn dadurch würde doch versucht, das Konstrukt „Vertrauen“, mittels anderer Konstrukte zu erschließen. Dies wird dann vor allem für unerfahrene Führungs(nachwuchs)kräfte nicht immer erfahrbar. Vielmehr empfehle ich darüber nachzudenken, mit welchen Maßnahmen die Führungskräfte und Mitarbeiter gemeinsam  echte Operationalisierungen und Optimierungen der Fähigkeiten wie z.B. Motivation, Kommunikation, Konfliktfähigkeit, – und dies jeweils bezogen auf die jeweilige Organisation – erzielen können. Mittels der individuellen und organisatorischen Weiterentwicklung dieser „Schlüsselqualifikationen“wird damit nicht nur die Führungskompetenz sondern vor allem auch die vertauensvollen Handlungskompetenz aller Beteiligten wirkungsvoll gestärkt.